Nachhaltigkeitsmotto des Jahres

Niemand kennt ein Unternehmen besser als die Mitarbeitenden. Diese Tatsache macht sich Emmi seit vielen Jahren zu Nutze, um Effizienz zu steigern und Kosten zu sparen. Denn: Emmi Operational Excellence (EOE) ist im Grunde nichts Anderes als ein umfassendes betriebliches Vorschlagswesen.

Emmi ist überzeugt, dass die Kenntnisse der Mitarbeitenden auch notwendig sind, um das Unternehmen nachhaltiger zu machen. Denn neben den vier Fokusthemen, die «top-down» gesteuert werden, die Weichen für viele Nachhaltigkeitsaspekte im Alltag der rund 5700 Emmi Mitarbeitenden gestellt.

Damit diese Weichen richtig gestellt werden, muss bei den Mitarbeitenden ein breites Nachhaltigkeitsverständnis geschaffen werden. Neben kontinuierlicher Kommunikation rund um kleinere und grössere Nachhaltigkeitsprojekte entlang der Wertschöpfungskette, bedient sich Emmi eines jährlich wechselnden Nachhaltigkeitsmottos.

2017: Wir denken mit und packen an - fokussiert

Seit rund zehn Jahren wird die Kultur von Emmi in fünf Unternehmenswerten ausgedrückt. "Wir denken mit und packen an!" Dieser Wert steht dafür, dass bei Emmi Herausforderungen mutig, offen und initiativ angepackt werden.

Ob all der Herausforderungen, die angepackt werden müssen, darf jedoch der Fokus auf das Wesentliche nicht verloren gehen. Deshalb steht 2017 bei Emmi – nicht nur in der Nachhaltigkeit - im Zeichen der Fokussierung. Dieses Motto kann beispielsweise im Kontext von Ressourceneinsparungen, schlankerer Prozesse oder Sortimente gedeutet werden.

2016: Emmi bewegt!

Nicht nur rund um Emmi bewegt sich viel. Auch das Unternehmen verändert sich ständig. Einerseits aufgrund der klar definierten Wachstumsstrategie, mit der immer neue Unternehmen zur Emmi Familie stossen. Andererseits im Zusammenhang mit Grossprojekten, wie der Einführung von SAP. Die Veränderungen auf allen Ebenen fordern die Mitarbeitenden von Emmi. Sie müssen selber beweglich sein, Veränderungen mittragen oder gar selber initiieren.

Rund um das Nachhaltigkeitsmotto «Emmi bewegt!» wurden Projekte gesucht, welche der körperlichen, geistigen oder strukturellen Beweglichkeit zuträglich sind.

21 Projekte haben sich für den Emmi Nachhaltigkeitspreis beworben. Erstmals haben auch ausländische Emmi Gesellschaften Beiträge eingereicht.

Über die Auszeichnungen hat eine Jury aus externen Nachhaltigkeitsspezialisten und Mitgliedern der Emmi Konzernleitung befunden.

WWF Schweiz
Thomas Vellacott/
Thomas Baumgartner

Jury-Präsidium

Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW)
Thomas Pesenti

foodwaste.ch
João Almeida

Emmi
Marc Heim
Executive Vice President Switzerland / Stv. CEO

Emmi
Robin Barraclough
Executive Vice President Europe

Emmi
Natalie Rüedi
Chief Human Resources Officer

Emmi
Robert Muri
Bis 31.12.2016: Executive Vice President Switzerland / Stv. CEO

Siegerprojekt: "Onken radical"

Der Preisdruck auf Milchprodukte ist vielenorts sehr hoch. So hoch, dass sich der Export von Jogurts aus der Schweiz nach Europa kaum noch lohnt. Die in Deutschland hergestellten, in Deutschland und Grossbritannien vertriebenen Onken-Jogurts müssen sich diesen anspruchsvollen Marktbedingungen tagtäglich stellen. Deshalb widmeten sich die Onken-Teams von Emmi Deutschland und Grossbritannien, Produktentwicklung, Einkauf und Marketing, der Analyse und Optimierung des gesamten Onken-Konzepts. Ohne bei der Qualität Abstriche zu machen, konnten mit dem Projekt „Onken radical“ die Kosten massiv gesenkt werden.  Unter anderem beispielsweise mit einem neuen, vereinheitlichten, umweltfreundlichen Karton-Tray Einsparungen. Dieses Projekt macht deshalb nicht nur wirtschaftlich Sinn, sondern trägt auch zum Umweltschutz und zum Vermeiden von Verschwendung bei.

Auszeichnungswürdig ist dieses Projekt, weil in übergreifender Zusammenarbeit - über Teams, Firmen und Länder hinweg – bestehendes kritisch hinterfragt und erfolgreich optimiert wurde. Auch zeigt die Vorgehensweise, wie man komplexe Problemstellungen - wenn man sie in überschau- und bewältigbare Teilaufgaben aufsplittet - erfolgreich auf den Boden bringen kann.

2. Rang: "Neues Arbeitszeitmodell" im Betrieb Langnau

In Langnau im Emmental stellt Emmi neben Schmelzkäsescheiben und dem Doppelrahmfrischkäse GALA vor allem Fondue her. Die Nachfrage nach Fondue schwankt saisonal sehr stark. Deshalb musste man bei der Emmi Fondue AG eine Lösung suchen, um Arbeitskräfte so zur Verfügung zu stellen, dass der Saisonalität in der Fondue-Produktion Rechnung getragen wird. Um wichtiges Emmi-Know-How und möglichst viele Arbeitsplätze erhalten zu können, wurde ein neues Arbeitszeitmodell mit saisonal unterschiedlichen Wochenarbeitszeiten geschaffen.

Bei diesem Projekt wurde ganz im Sinne des Nachhaltigkeitsmottos «Emmi bewegt» Grundlegendes in Frage gestellt. Aus einem ökonomischen Zwang heraus wurde eine Lösung erarbeitet, die gleichzeitig auch sozial verträglich ist. Alle Beteiligten waren bereit, sich in einer schwierigen Situation auf Veränderungen einzulassen und den Wandel zu suchen. So konnte in Langnau ein nachhaltiges Arbeitszeitmodell entstehen, das sowohl von den Mitarbeitenden getragen wird, als auch die Bedürfnisse des Betriebs abdeckt.

3. Rang "Dynamisches Produktverlustmanagement" im Betrieb Ostermundigen

Produktverluste in der Produktion ist ein Fokusthema des Nachhaltigkeitsengagement von Emmi. Sichtbar werden solche Verluste einerseits im Abfall, andererseits im Abwasser. Im grössten Schweizer Produktionsbetrieb von Emmi, im bernischen Ostermundigen, werden neu mit Sensoren im Abwasser  Produktverluste oder Abweichungen in der Abwasserqualität nicht nur erfasst, sondern auch unmittelbar gemeldet. Ein Alarm signalisiert den Mitarbeitenden, dass sie sofort, nach einem definierten Schema, die Ursache suchen und beheben müssen. Damit kann Food Waste reduziert werden.

Aus Nachhaltigkeitssicht sind Projekte wie das dynamische Produktverlustmanagement in Ostermundigen wichtig, damit die Verschwendung von wertvollen Ressourcen vermieden werden kann. So können Rohstoffkosten und Ausgaben für die Abwasserreinigung gesenkt werden. Auch besitzt diese Massnahme im Kontext der Food-Waste-Debatte eine relevante ethisch-soziale Komponente.

2015: Wir wissen wie!

«Wir wissen wie!» Dieser Unternehmenswert ist den meisten Emmianerinnen und Emmianern in Fleisch und Blut übergegangen. Dank enormem Fachwissen und Engagement, zum Beispiel in Emmi Operational Excellence-Programmen, macht Emmi vieles besser als andere Unternehmen. Das Wissen, das im Konzern vorhanden ist, hat einen unschätzbaren Wert. Noch wertvoller ist Wissen, wenn es verbreitet und vernetzt wird, sodass möglichst viele davon profitieren können.

Emmi hat 2015 vorbildliche Konzepte gesucht, wie Wissen verbreitet wird.

Siegerprojekt: "Palmölfreies Emmi Glace"

Dieses Projekt ist im Verbund von Produktentwicklung, Produktion und Verkauf entstanden. Im Zentrum dieses Projekts steht ein global diskutiertes Nachhaltigkeitsthema: Palmöl. Die Nachfrage nach palmölfreien Produkten wird immer grösser.

In einem transparenten, ehrlichen Austausch hat das Projektteam auf Wunsch des Zoo Zürich die Glace-Rezepturen von Emmi so weiter entwickelt, dass auch die letzten Reste Palmöl in Glasuren und Stabilisatoren ersetzt werden konnten.

Diese Errungenschaft ermöglicht es Emmi nun, Glace-Kunden einen weiteren Mehrwert zu bieten. Zudem birgt dieses Projekt das Potenzial, das Image von Emmi als nachhaltiges Unternehmen glaubwürdig zu stärken.

2. Rang: "Kernteam Trocknung"

Es stellt ein zentrales Problem vieler Industriebetriebe in der Schweiz ins Zentrum: den Fachkräftemangel. Um dieser Tatsache zu begegnen, setzt das «Kernteam Trocknung» verschiedene Massnahmen um, bei denen das Wissen rund um industrielle Trocknungsvorgänge im Zentrum steht: Externes Wissen wird ins Unternehmen geholt, bestehendes Wissen wird festgehalten und weitergegeben.

3. Rang "Kompetenztream Filtration"

Unter der Leitung der Frischkäse-Entwicklung tauschen Anlagenführer von acht Schweizer Emmi Betrieben regelmässig ihre Erfahrungen aus. Dieser Wissensaustausch erfolgt in einem gut organisierten und systematischen Rahmen. Das Fachwissen rund um das Thema «Filtration» wird nicht nur intern gewonnen, sondern auch bei Partnerunternehmen. So kann das Wissen bei Emmi stetig wachsen.

Der Erfahrungsaustausch im «Kompetenzteam Filtration» zahlt zudem auch auf die ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit von Emmi ein. So konnten dank optimierter Reinigungsprozesse der Chemikalienverbrauch reduziert und die Lebensdauer von Membranen erhöht werden.

2014: Intelligente Mobilität

Für ein Unternehmen wie Emmi ist Mobilität ein zentrales Thema. Einerseits müssen die Produkte zu den Kunden gelangen. Andererseits müssen auch die Mitarbeitenden mobil sein, geschäftlich wie privat.
Emmi hat ihre Mitarbeitenden deshalb aufgefordert, Ideen zu entwickeln, wie Emmi ihre Mobilität nachhaltig optimieren kann, insbesondere im Hinblick auf Arbeitswege und Geschäftsmobilität.

Siegerprojekt «Suhr: MiMo mobil ohne Automobil»

In fünf Monaten wurden zusätzlich 30’000 umweltschonende Pendlerkilometer zurückgelegt. Damit wurden CO2-Emissionen von rund 5,1 Tonnen vermieden.

2. Rang «Ostermundigen: Jeder Kilometer zählt»

70 Mitarbeitende haben zusammen 88’000 Autokilometer oder 15 Tonnen CO2-Emissionen eingespart.

3. Rang «Landquart: Grosslochkäse ohne Rahmen transportieren»

Dank einem neuen Sekundärverpackungssystem kann beim Transport von Grosslochkäse auf schwere Holzrahmen verzichtet werden. Zudem entfallen deren Rücktransport, das physisch anspruchsvolle Handling sowie Anschaffung und Reparaturen.

2013: Materialkreisläufe schliessen

Schweizerinnen und Schweizer sind es gewohnt, als Recycling-Weltmeister bezeichnet zu werden. Doch wie im Sport gilt auch hier: Ausruhen auf seinen Lorbeeren darf man nicht! Deshalb hat Emmi 2013 zum «Jahr der Materialkreisläufe» ernannt.

Siegerprojekt «Ökologischere Verpackungen»

Ein bereichsübergreifendes Projektteam aus Private-Label-Marketing, Verpackungsentwicklung, Verkauf und Produktion hat sich mit der Ökologie der Verpackungen von für den Detailhändler Coop hergestellten Produkten befasst. Die eingesparten oder durch umweltfreundlichere Alternativen ersetzten Materialien (z.B. Glace-Stängel aus FSC-Holz) belaufen sich jährlich auf knapp 130’000 Kilogramm.

2. Rang «Dagmersellen: Nährstoff-Recycling»

Im Abwasser verlassen wertvolle organische Stoffe – insbesondere Eiweiss und Mineralstoffe - den Kreislauf von Emmi. In Dagmersellen wird ein Teil dieser organischen Reststoffe in der Form von Schlamm aus dem Abwasser herausgefiltert und durch ein Partnerunternehmen zu Dünger und Biogas verarbeitet.

3. Rang «Suhr: Recyclingquote erhöhen»

Der Betrieb in Suhr steigerte seine Recyclingquote innert weniger Monate von 80 % auf 84 % und sparte dabei rund 80’000 Franken Entsorgungskosten. Mit der separaten Sammlung von Kunststoffen und Tetrapak-Papier werden zudem jährlich rund 690 Tonnen weniger CO2 ausgestossen.

2012: Wasser

Für ihre Schweizer Produktionsbetriebe bezieht Emmi jährlich rund 2.7 Millionen Kubikmeter Wasser. Gewichtiger Grund, Projekte zur Verbesserung der Abwasserqualität sowie zur Mehrfachverwendung von Wasser gezielt voranzutreiben.

Siegerprojekt «Molkerei Biedermann: Reduktion der Schmutzfracht»

Spülwasser und Produktabfälle aus der Mischphase (Phase zwischen zwei  unterschiedlichen Produktionen auf einer Maschine) werden aufgefangen, getrennt und die verwertbaren Stoffe an eine Schweinemästerei verkauft. Der Schmutzwert konnte so um über 30 Prozent gesenkt werden. Einmaligen Investitionen von 27’000 Franken stehen jährlichen Einsparungen und Erträgen aus der Schweinemast von 157’000 Franken gegenüber.

2. Rang «Suhr: OptiMimo in der Flotation»

Die Flotationsanlage, in der das Abwasser – vor der Einleitung in die öffentliche Kanalisation – von Eiweiss und Fett säubert, ist einer der wichtigsten der Milchverarbeitung nachgelagerten Vorgänge. Sie steuert den chemischernSauerstoffbedarf (CSB) des Abwassers sowie den Fettgehalt und damit die Kosten der öffentlichen Abwasserreinigung; einen wesentlichen Kostentreiber. Durch Investitionen in die Abwasserreinigung und eine bessere und konstantere Abwasserqualität werden jährlich rund 120’000 Franken gespart.

3. Rang «Dagmersellen: Jeder Tropfen zählt»

Zahlreiche Kleinprojekte führen in Dagmersellen zu weniger Frischwasserverbrauch, weniger Abwasser und besserer Abwasserqualität. Die jährlichen Kosten werden so um 1,5 Millionen Franken reduziert, wobei die Abwasserqualität den grössten Teil dazu beiträgt.