LESA, Bever: Keiner zu klein, ein Umweltpionier zu sein

Mit 13 Mitarbeitenden und einer Milchmenge von rund 5,5 Millionen Kilogramm Milch zählt die Lataria Engiadinaisa SA (LESA) in Bever zu einem der kleineren Betriebe der Emmi Gruppe. Bezüglich Nachhaltigkeit gehören die Bündner jedoch zu den Grossen.

Die LESA in Bever ist nicht nur die höchstgelegene Molkerei Europas (1706 M.ü.M.) sondern wohl auch eine der fortschrittlichsten, wenn es um Umweltthemen geht. Bereits 2003 entstand beim der im Besitz von Emmi (80 %) und den Engadiner Bauern (20 %) befindlichen Betrieb die Idee, die organischen Abbauprozesse in der Molke für die Energiegewinnung zu nutzen. Heute entstehen jährlich aus 4 Millionen Kilogramm Molke 88'000 Kubikmeter Biogas, die in 280‘000 Kilowattstunden Strom umgewandelt werden.

Hohe Temperaturen möglich

Seit einigen Monaten wird in Bever nun zusätzlich Strom aus Sonnenenergie gewonnen. Im Rahmen eines Pilotprojekts, das zusammen mit dem Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) durchgeführt wird, erzeugt die LESA heute mittels gewölbter Sonnenkollektoren Dampf.

Dass dies möglich ist, ist nicht selbstverständlich. Bis anhin war Sonnenenergie in der Milchverarbeitung nämlich kein Thema. Waren doch konventionelle Flach- und Röhrenkollektoren nicht in der Lage, die geforderten Temperaturen zwischen 100 und 300° zu liefern. Mit einer Hochtemperatur-Solaranlage der neuesten Generation wie sie aktuell in Bever zu finden ist und ab Juni auch in Saignelégier in Betrieb genommen wird, ist dies nun möglich. Die Reflektoren weisen eine spezielle Aluminium-Beschichtung auf und richten sich im 10-Sekunden-Takt nach dem Sonnenstand. So kann die Sonneneinstrahlung maximal ausgenutzt werden.

Dank dieser Investition werden in Bever jährlich ungefähr 70 Megawattstunden Strom durch natürliche Sonnenenergie anstatt mit fossilen Energieträgern produziert. Dies generiert eine jährliche Reduktion des CO2-Ausstosses um ungefähr 18 Tonnen.

Solaranlage in der Fromagerie de Saignelégier in Betrieb genommen
Anlässlich eines "Tags der offenen Tür" am 20. Oktober 2012 wurde auf dem Flachdach der grössten Tête-de-Moine-AOC-Käserei der Schweiz im jurassischen Saignelégier eine weitere Solaranlage in Betrieb genommen. Auf 630 Quadratmetern sammeln 17 Kollektorenreihen Sonnenergie. Die Solarprozesswärme wird in den bestehenden Warmwasserkreislauf eingespiesen, wo sie jährlich 30‘000 Liter Heizöl ersetzt und so die Emission von 79 Tonnen CO2 verhindert.

Solaranlage in der Fromagerie de Saignelégier in Betrieb genommen

Anlässlich eines "Tags der offenen Tür" am 20. Oktober 2012 wurde auf dem Flachdach der grössten Tête-de-Moine-AOC-Käserei der Schweiz im jurassischen Saignelégier eine weitere Solaranlage in Betrieb genommen. Auf 630 Quadratmetern sammeln 17 Kollektorenreihen Sonnenergie. Die Solarprozesswärme wird in den bestehenden Warmwasserkreislauf eingespiesen, wo sie jährlich 30'000 Liter Heizöl ersetzt und so die Emission von 79 Tonnen CO2 verhindert.