Perfektionisten am Werk

Abfall zu vermeiden, lohnt sich für Emmi. Wo in der Verarbeitung weniger verloren geht, muss weniger eingesetzt werden. Dem Abfall besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt hat ein Team vom Standort Suhr, das dafür mit dem Emmi Nachhaltigkeitspreis belohnt wurde.

Wühlen im Abfall: Inspiriert durch das Nachhaltigkeitsmotto "Materialkreisläufe schliessen" untersuchte die Belegschaft in Suhr ihren Kehricht nach wiederverwertbarem Material. Mit Erfolg: Die Mitarbeitenden haben bewiesen, dass nicht nur Entsorgungskosten gespart werden, sondern auch viele interessante Möglichkeiten entstehen, wie Abfall gewinnbringend verwertet werden kann. Getreu dem Leitsatz von Emmi "vermeiden vor vermindern vor verwerten ". Neben Karton (280 Tonnen oder 28%) und Tetrapak-Papier (225 Tonnen oder 23%) fielen die grössten Reststoffmengen beim Kehricht sowie bei den Kunststoffen (jeweils 185 Tonnen oder je 19%) an. Gerade beim Plastik entwickelten die Mitarbeitenden zahlreiche Ideen, um den Müllberg weiter zu reduzieren:

  • Kunststoffflaschen, beispielsweise für Seife, sind aus dem gleichen Material wie Milchflaschen. Sie werden zusammen mit diesen entsorgt und wieder verwertet.
  • Kleinformatige Verbrauchsmaterialien aus Polypropylen, wie Pipetten, Prüfbecher oder Tintenbehälter, werden nicht mehr weggeworfen, sondern von einem spezialisierten Entsorgungsunternehmen zu einem Granulat verarbeitet, das wieder als Rohmaterial eingesetzt werden kann.
  • Trägerpapier für Etiketten werden gesammelt, von einem spezialisierten Recyclingunternehmen entsilikonisiert und wieder zu Zellstoff und Papier verarbeitet.
  • Die Plastikfolie, die zum Transport von Butter in die Behälter gelegt wird, ist neu zehn Prozent weniger dick, wodurch jährlich fast sechs Tonnen Polyethylen gespart werden können. Denn der beste Abfall ist jener, der gar nicht erst anfällt.

Mit diesen und ähnlichen Massnahmen konnte der Standort Suhr seine Recyclingquote Innert sechs Jahren von 30 auf 80 Prozent steigern.

Milchbüchleinrechnung zeigt Potenzial

Rund 220 Franken kostet die Entsorgung einer Tonne Kehricht in der Verbrennungsanlage. In einer Hochrechnung können in Suhr dank fachgerechter Entsorgung rund 80 000 Franken gespart
werden.

Mit der separaten Sammlung von Kunststoffen und Tetrapak-Papier werden zudem jährlich rund 690 Tonnen weniger CO2 ausgestossen.

Kein Ausruhen auf den Lorbeeren

Das sehr hoch gesteckte Ziel, in Suhr eine Recyclingquote von 90 Prozent zu erreichen, wurde bis Ende 2013 mit knapp 84 Prozent nicht erreicht. Ansporn genug also, um weiter an sich zu arbeiten. Dank zusätzlichen Massnahmen, in deren Fokus auch die Schulung der Mitarbeitenden steht, liegt die Recyclingquote aktuell schon bei über 87 Prozent.