Studierende helfen Energie sparen

Mit zahlreichen internen Projekten haben die Emmi Betriebe Schweiz in den letzten Jahren beachtliche Fortschritte bei der Energieeinsparung erzielt. Nun helfen externe Spezialisten, weiteres Sparpotenzial zu finden.

2003 hat sich der Bund mit der Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls auch dazu verpflichtet, mit Unternehmen aus energieintensiven Branchen Ziele für die Reduktion von CO2-Emissionen zu vereinbaren. So auch mit Emmi. Die Vereinbarung sieht unter anderem eine Steigerung der Energieeffizienz* gegenüber 2000 von 12 % vor. Dieses Ziel hat Emmi im letzten Jahr sogar übertroffen.

Verbesserungen sind schwierig

Emmi investierte in den letzten Jahren massiv in die Erneuerung ihrer energieintensiven Anlagen. Das Niveau ist in den meisten Betrieben mittlerweile so hoch, dass weiteres Potenzial zur Optimierung der Energieeffizienz nicht mehr leicht auszumachen ist. Deshalb setzen nun einige Emmi Standorte auf die Unterstützung von externen Fachleuten.

Die Hochschule Luzern (HSLU) pflegt engen Kontakt zu Industriepartnern. Sie hat für sie eine Software zur Durchführung von Pinch-Analysen (vgl. Kasten) entwickelt. Solche Analysen lässt auch Emmi von Studierenden der HSLU durchführen, Ende 2012 in Langnau und Anfang 2013 in Emmen.

Langnau: Heizöl sparen lohnt sich

Die Pinch-Analyse im Emmi Fondue- und Schmelzkäsebetrieb in Langnau hat ein Heizölsparpotenzial von etwa 8 % ergeben. Das zeigt, wie gut die Energieeffizienz in diesem Betrieb bereits ist. Trotzdem: Wir wollen dieses Restpotenzial ausschöpfen und künftig Rauchgas, das beim Verbrennen von Heizöl entsteht, zum Vorwärmen von Wasser nutzen. Derzeit werden konkrete Umsetzungsmassnahmen definiert.

Emmen: wertvolles Abwasser

Auch der Betrieb in Emmen weist bereits eine gute Energieeffizienz auf. 2012 zeigte eine Energieanalyse weiteres Potenzial auf: Mit der Nutzung von Wärme, die beispielsweise beim Kühlen von Lagerräumen entsteht und durch Wärme aus dem Abwasser könnten rund 10 % der jährlichen Energiekosten eingespart werden. Auf dieser Basis führen die Studierenden der HSLU seit April 2013 eine vertiefte Pinch-Analyse durch. Ihr Schlussbericht im Spätherbst wird zeigen, wo die Energieeffizienz noch verbessert werden kann.

Suhr: Sparmassnahmen geplant

Emmi Suhr und Dagmersellen haben sich bei Energiefragen für eine Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Lippold entschieden. Das süddeutsche Unternehmen hat jahrelange Erfahrung in der Energieberatung von Molkereien und grosses Know-how über Verfahrenstechniken in der Milchverarbeitung sowie über die Wärme- und Kälteerzeugung.

Emmi Suhr wurde von Lippold zwei Tage lang analysiert. Die Optimierungsvorschläge aus der Analyse reichen von einfachen Massnahmen bis zu komplexen Änderungen an den Kälte- und Druckluftanlagen. Die Umsetzung der Massnahmen ist für nächstes Jahr geplant. Emmi Dagmersellen wird 2014 ebenfalls eine Energieanalyse mit Lippold durchführen.

 

Kurz erklärt
Die Pinch-Analyse (engl. pinch = einschnüren) ist eine Methode zur Minimierung des Energieverbrauchs von verfahrenstechnischen Prozessen.